Vorkasse und Kauf auf Rechnung sind zwei klassische Zahlungsmethoden, die im Schweizer E-Commerce nach wie vor eine wichtige Rolle spielen – besonders im B2B-Bereich. Während Vorkasse dir als Händler maximale Sicherheit bietet, punktet der Kauf auf Rechnung bei Kunden durch Vertrauen und Flexibilität.
In der Schweiz erwarten viele Geschäftskunden diese Zahlungsoptionen. Wer sie nicht anbietet, verpasst potenzielle Umsätze oder schreckt treue Stammkunden ab.
Die Integration in Shopify ist meist unkompliziert. Mit Anbietern wie Abilita oder manuellen Zahlungsmethoden kannst du beide Optionen schnell in deinen Shop einbringen.
Was sind Vorkasse und Kauf auf Rechnung?
Bei der Vorkasse bezahlt dein Kunde die Ware, bevor du sie versendest. Nach der Bestellung erhält er eine Bestellbestätigung mit IBAN und Verwendungszweck, erst nach Zahlungseingang wickelst du den Auftrag ab.
Die Ware bleibt normalerweise 14 Tage reserviert. Überschreitet der Kunde dieses Zahlungsziel, wird die Bestellung storniert und er wird informiert.
Für dich als Händler ist Vorkasse eine der sichersten Zahlungsarten überhaupt. Du trägst kein Ausfallrisiko, da das Geld bereits auf deinem Konto ist, bevor die Ware dein Lager verlässt.
Kauf auf Rechnung funktioniert genau umgekehrt: Der Kunde bestellt, erhält die Ware und bezahlt später. Mit der Lieferung bekommt er einen Lieferschein und eine Rechnung mit typischerweise 30 Tagen Zahlungsziel.
Für B2B-Kunden ist der Rechnungskauf besonders interessant. Sie können die Rechnung direkt in ihre internen Workflows einbinden und vom Zahlungsziel profitieren, was ihre Liquidität verbessert.
Warum diese Zahlungsarten in der Schweiz noch immer relevant sind
Die Schweiz unterscheidet sich beim Zahlungsverhalten deutlich von anderen europäischen Ländern. Der Kauf auf Rechnung ist hier traditionell viel stärker verbreitet als etwa in den nordischen Ländern, wo Ratenkauf (BNPL) üblicher ist.
Viele Schweizer Kunden erwarten den Rechnungskauf geradezu als Standard. Er ist kulturell verankert und schafft Vertrauen – gerade bei höherwertigen Käufen oder im B2B-Bereich.
TWINT hat sich als nationale Mobile-Payment-Lösung durchgesetzt und wird täglich von einem grossen Teil der Bevölkerung genutzt. Anders als in Deutschland, wo PayPal dominiert, spielt PayPal in der Schweiz eine kleinere Rolle.
Kurz gesagt: Die Schweiz setzt auf bewährte, vertrauensbasierte Zahlungsarten. Wer als Online-Shop erfolgreich sein will, muss diese Erwartungen erfüllen.
Abilita als spezialisierter Zahlungsanbieter
Abilita ist ein deutscher Anbieter, der sich auf Vorkasse und Kauf auf Rechnung spezialisiert hat. Das White-Label-Produkt gewährleistet 100%ige Zahlungsgarantie nach Bonitätscheck – das spart dir Zeit und Geld.
Die Integration beginnt mit einem Kick-off-Dokument, in dem du deine Shopify-URL einträgst. Nach der Collaborator-Anfrage und Zahlung folgt die App-Integration und ein Testlauf.
Die Kosten für die Integration liegen zwischen CHF 500 (Basis-Setup) und CHF 1500 (mit SEPA und Checkout Extensions, nur bei Shopify Plus). Die laufenden Konditionen werden individuell ausgehandelt und sind oft besser als bei der Konkurrenz.
Abilita ist in der Schweiz weniger populär als in Deutschland. Die meisten Kunden stammen aus Deutschland, wo der Anbieter etabliert ist – in der Schweiz gibt es mit IdealPay, SwissBilling, CembraPay und CRIF lokale Alternativen.
Trotzdem kann Abilita für Schweizer Shops interessant sein, besonders wenn du auch nach Deutschland verkaufst oder sehr gute Zahlungskonditionen suchst.
Integration in deinen Shopify Shop – so geht’s
Die einfachste Methode ist die manuelle Zahlungsmethode in Shopify. Gehe im Shopify-Adminbereich zu den Einstellungen und dann auf «Zahlungen», scrolle nach unten zu «Zahlungsmethoden» und wähle «eigene Zahlungsmethode erstellen».
Hier kannst du Vorkasse oder Kauf auf Rechnung als Option hinzufügen. Du hinterlegst deine Bankdaten und Anweisungen, die im Checkout und auf der Bestellbestätigungsseite erscheinen.
Der Nachteil: Du musst Zahlungseingänge manuell prüfen und Bestellungen von Hand bearbeiten. Bei grösseren Shops wird das schnell unübersichtlich.
Automatisierte Lösungen über Zahlungsdienstleister sind deshalb meist die bessere Wahl. Abilita ist hier ein prominenter Anbieter, der sowohl Vorkasse als auch Kauf auf Rechnung professionell abwickelt.
Abilita übernimmt die Bonitätsprüfung, garantiert dir 100 % Zahlungssicherheit und wickelt das Mahnwesen ab. Du bekommst dein Geld, egal ob der Kunde am Ende zahlt oder nicht.
Weitere Anbieter für den Schweizer Markt sind IdealPay, SwissBilling, CembraPay und CRIF – je nach Budget und Anforderungen können diese Alternativen interessant sein.
Für die volle Funktionalität bei automatisierten Lösungen brauchst du meist Shopify Plus. Damit kannst du den Checkout anpassen und komplexere Zahlungsflows aufsetzen.
Vor- und Nachteile aus Händlersicht
Vorkasse bietet dir maximale Zahlungssicherheit – es gibt kein Ausfallrisiko, keine Chargebacks und keine Gebühren für die Zahlungsabwicklung (bei manueller Integration). Du versendest erst, wenn das Geld da ist, was deine Liquidität schont.
Der grosse Nachteil: Die Conversion-Rate ist oft niedriger als bei anderen Zahlungsarten. Kunden wollen nicht warten und brechen den Kauf ab, besonders jüngere Zielgruppen.
Kauf auf Rechnung steigert die Conversion-Rate erheblich. Kunden fühlen sich sicherer, weil sie erst nach Erhalt der Ware zahlen – das schafft Vertrauen und reduziert Kaufbarrieren.
Für B2B-Kunden ist es oft die bevorzugte Zahlungsart, weil sie die Rechnung direkt in ihre Buchhaltung übernehmen können. Zahlungsziele von 30 oder 60 Tagen verbessern die Liquidität der Käufer.
Der Nachteil: Du trägst das volle Ausfallrisiko und musst in Vorleistung gehen. Wenn ein Kunde nicht zahlt, musst du mahnen und gegebenenfalls ein Inkasso beauftragen.
Mit einem Zahlungsdienstleister wie Abilita kannst du dieses Risiko auslagern. Du bekommst dein Geld sofort, während der Anbieter das Ausfallrisiko und das Mahnwesen übernimmt – das kostet zwar Gebühren, spart aber massiv Zeit und Nerven.
Was deine Kunden davon haben
Aus Kundensicht bietet Vorkasse Transparenz und Einfachheit. Gerade ältere Kunden schätzen diese Zahlungsart, weil sie keine Kreditkartendaten eingeben müssen.
Der grosse Nachteil: Kunden müssen in Vorleistung gehen und warten, bis der Händler die Zahlung verarbeitet. Bei unbekannten Shops entsteht ein Vertrauensproblem.
Kauf auf Rechnung ist die kundenfreundlichste Zahlungsart überhaupt. Erst prüfen, dann zahlen – das schafft maximales Vertrauen und senkt die Hemmschwelle beim Kauf, besonders bei höherwertigen Produkten.
Generationsunterschiede spielen eine grosse Rolle: Ältere Schweizer Kunden bevorzugen klassische Zahlungsarten wie Rechnung oder Vorkasse, während jüngere Kunden eher TWINT oder Kreditkarten nutzen.
Im B2B-Bereich ist der Kauf auf Rechnung praktisch unverzichtbar. Unternehmen erwarten lange Zahlungsziele und wollen Rechnungen in ihre Buchhaltungssysteme übernehmen können.
Lohnt sich der Aufwand für deinen Shop?
Für die meisten Schweizer Shopify-Shops lohnt sich die Integration beider Zahlungsarten – besonders, wenn du B2B-Kunden bedienst oder hochwertige Produkte verkaufst.
Die manuelle Integration über Shopify ist schnell erledigt, aber nur für kleine Shops mit wenigen Bestellungen praktikabel. Bei grösserem Volumen wird der manuelle Aufwand schnell zu gross.
Automatisierte Lösungen wie Abilita kosten zwar Gebühren, sparen aber massiv Zeit und reduzieren das Risiko. Die Investition amortisiert sich oft schon nach wenigen Monaten.
Unsere Empfehlung: Starte mit einer manuellen Integration, um die Nachfrage zu testen. Wenn die Bestellungen über diese Zahlungsarten steigen, wechsle zu einem professionellen Anbieter wie Abilita oder einer Schweizer Alternative.
Die Kombination macht’s aus: Biete deinen Kunden eine breite Palette an Zahlungsarten an. TWINT für mobile Käufe, Kreditkarten für internationale Kunden, Vorkasse für Preisbewusste und Kauf auf Rechnung für B2B und Stammkunden.
So holst du das Maximum aus deinem Shopify-Shop heraus und verlierst keine Kunden an der Checkout-Kasse.
Tipp: Erfahre auch, welche Gebühren Shopify Payments für verschiedene Zahlungsmethoden verlangt.