Gründe, nicht mit HubSpot zu arbeiten

Für eine Vielzahl von Unternehmen ist HubSpot das go-to-Tool für Content Publishing und Automation. Auch für uns ist es – aufgrund der einfachen Anwendbarkeit und des starken Fokus auf Content und SEO – eines der bevorzugten Customer Relationship Management (CRM) Tools. Wir empfehlen unseren Kunden HubSpot in den meisten Fällen und arbeiten mittlerweile mit der Plattform zusammen, weshalb wir uns sehr gut damit auskennen.

Auf der einen Seite ist HubSpot ein Alleskönner: Angefangen bei E-Mails, über Marketing-Automation, bis hin zur Erstellung einer gesamten Website ist alles enthalten. Darüber hinaus stellt HubSpot Unmengen an Informationen im eigenen Ressourcen-Center zur Verfügung. Auf der anderen Seite können manche Feinheiten frustrierend für den User sein. Oft handelt es sich dabei um Dinge, die im Onboarding-Prozess unerwähnt bleiben.

Da die Entscheidung über das geeignete Automation-Tool, das Website CMS oder dein zukünftiges CRM von grosser Bedeutung ist, möchte ich hier meine Ansichten teilen, weshalb man NICHT mit HubSpot arbeiten sollte.

1 – Datenschutzprobleme

Deine Kundendaten werden auf US-Servern gespeichert – HubSpot bietet zwar Server in Frankfurt an, aber im Endeffekt landen die Daten trotzdem in den USA. Bedenkt man den CLOUD Act, ist das für viele Unternehmen ein absolutes No-Go.

2 – Explodierende Kosten

Das erste CRM-Paket mag zwar kostengünstig sein und ausreichen, wenn du ausschliesslich CRM verwendest – die Nutzung von Automation Features oder Landing Page-Tools treiben die Kosten allerdings erheblich in die Höhe. Für eine sinnvolle Nutzung inklusive Content Publishing und Automation sollte man daher mit mindestens $10k pro Jahr rechnen.

3 – Höhere Preise für mehr Kontakte

HubSpot hat die Kunst des Verkaufens und der Preisgestaltung perfektioniert. Ihr gesamtes System basiert darauf, deine Kontaktdatenbank zu erweitern und dir dann für jeden tausendsten Kontakt im System eine Gebühr zu berechnen. Wenn dein CRM sehr viele Kontakte beinhalten soll, lohnt es sich, etwaige Kosten mit dem Kostenrechner vorab zu überprüfen, denn auch inaktive Kontakte werden berechnet.

4 – Keywords jagen und komplett den Fokus verlieren

HubSpot zeigt dir, wie leicht du mit spezifischem Content mehr Klicks und Impressionen generieren kannst. Diese Art von SEO Content Recommendations wird normalerweise manuell über Keyword-Recherche implementiert. Bei einigen HubSpot-Kunden konnte ich in den letzten Jahren beobachten, wie der Content immer weiter fragmentiert wurde und ausserdem Content zu Themen erstellt wurde, die nichts mit ihrem eigentlichen Business oder ihren ursprünglichen SEO-Strategien zu tun hatten. Damit können zwar zusätzliche Views erzielt werden, für die Geschäftsziele sind diese aber oft irrelevant.

5 – Kostenloser Kundensupport? Gibt es nicht

Das ist zwar keine grosse Überraschung, aber in der kostenlosen oder auch in den günstigeren Versionen von HubSpot darf man nicht viel Hilfe von der Plattform erwarten. Ihre Verkaufsmaschinerie wird dich zu den teureren Paketen treiben, in denen du mehr Support erhältst.

6 – Deine Website kann offline gehen

Würdest du dich abhängig von einem Drittanbieter machen, wenn deine Website für dein Business unbedingt notwendig ist? Ich habe regelrechte Horrorgeschichten von grossen Unternehmen gehört, die stundenlang keinen Zugriff auf ihre Website hatten – eine äusserst unangenehme Situation.

7 – Datenzugriff und Ausfälle

Ähnlich wie bei Websites, kann auch das CRM offline gehen. Die Risiken für Ausfälle, in denen du keinen Zugriff mehr auf deine Daten hast, sind für viele Unternehmen ein absolutes No-Go (wie z.B. in diesem Fall, in dem die Behebung des Ausfalls mehr als 6 Stunden dauerte).

8 – Schlechte E-Mail-Zustellung

E-Mails, die von HubSpot verschickt werden, landen öfter im Spam-Filter als andere. Das könnte mit der grossen Beliebtheit der Plattform zusammenhängen, welche es Spam-Filtern erleichtert, diese Nachrichten zu erkennen. Vor allem im Finanzsektor hatten wir massive Probleme mit der Zustellung von Mails, da hier nochmal strengere Regeln greifen. Andere, weniger bekannte Tools hatten hier keine Schwierigkeiten.

9 – Kein fortgeschrittenes Workflow-Management

HubSpot funktioniert perfekt für einfache Trigger und Aktionen. Wenn du aber komplexere Prozesse in deinem Unternehmen entwickeln willst, wirst du das Limit der Plattform sehr schnell erreichen. HubSpot bietet dir keine passenden Workflow-Designs oder Mappings für Unternehmensabläufe.

10 – Nichts für Fortgeschrittene

HubSpot eignet sich hervorragend für Generalisten, die einfach nur Content produzieren wollen – das Tool basiert auf dem Konzept des Inbound-Marketings und genau dieses erfüllt es auch. Sobald jedoch komplexere Funktionen ausserhalb der Standard-Methode benötigt werden, stösst man schnell an die Grenzen des Tools oder wird an das Forum verwiesen.

11 – Alles oder nichts

Das grosse Manko an HubSpot ist die mangelnde Flexibilität. Individuelle Lösungen stellen eine grosse Belastung für dein Budget dar, daher musst du entweder klar definieren, wo du HubSpot integrieren willst oder dein gesamtes System darauf aufbauen und mit den Limits zurechtkommen.

12 – Beschränkte Anzahl an Templates und Front-End-Optionen

Das Templating-System von HubSpot ist ziemlich stark limitiert. Wenn du eine Website entwickeln willst, die bis auf den letzten Pixel perfekt ist, wirst du viel Developer-Support benötigen und selbst dann gibt es keine Garantie dafür, dass das Design genau nach deinen Vorstellungen umgesetzt werden kann. Solche Hindernisse in der individuellen Anpassung deiner Website stehen dir bei der Entwicklung ausserhalb von HubSpot nicht im Weg.

13 – Inbound und die Gefahren dahinter

Folgendes ist vollkommen subjektiv, aber meiner Meinung nach muss es erwähnt werden. HubSpot lässt dich vergessen, wie bestimmte Dinge funktionieren und du läufst Gefahr, in die “Inbound-Falle” zu tappen, indem du exakt dieselben Marketing-Techniken wie tausende andere Unternehmen verwendest: Vielleicht schreibst du plötzlich ein E-Book oder ein Flugblatt mit versteckten Daten-Captures, sammelst so E-Mail-Adressen und bombardierst diese dann mit deinen Verkaufs-Informationen. Ich glaube, dass wir als Marketing-Experten um einiges kreativer sein können. An dieser Stelle möchte ich mich ausserdem für mehr Unabhängigkeit und Kreativität aussprechen, die weit über das gesamte Inbound-Konzept hinausgeht.

Es gibt eine Vielzahl an Alternativen zu HubSpot und in einem meiner nächsten Beiträge werde ich genauer darauf eingehen, wie ihr die gleichen Ergebnisse mit einer Kombination aus verschiedenen Marketingtools erreichen könnt – zum Beispiel mit einer Combo aus WordPress & HubSpot und einigen anderen Tools. Wenn du Unterstützung bei der Auswahl oder Integrierung der richtigen Tools brauchst oder noch andere Gründe gegen HubSpot gefunden hast, melde dich bei mir.