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Migration von BigCommerce zu Shopify: Der vollständige Leitfaden für Schweizer Händler

Wer von BigCommerce zu Shopify wechselt, profitiert von über 15’000 Apps, nativer CHF-Unterstützung und einem intuitiven Backend – ein echter Vorteil für Schweizer Händler. Egal, ob du dich für Shopify Plus oder den Standard-Plan entscheidest: Die E-Commerce-Migration lässt sich in klaren Schritten ohne SEO-Verluste durchführen.

Vor 3 Wochen
Von Marco Balmer
Geschrieben von
Marco Balmer
23.03.2026

Der Wechsel von BigCommerce zu Shopify ist eine der unkompliziertesten E-Commerce-Migrationen, die du durchführen kannst – und für die meisten Schweizer Händler lohnt sie sich. Hier findest du alles, was du wissen musst, um es richtig anzugehen.

Warum Händler BigCommerce zugunsten von Shopify verlassen

Die kurze Antwort: BigCommerce funktioniert – aber Shopify funktioniert für die meisten wachsenden Unternehmen besser.

Anzahl der Apps

Der App-Marktplatz von BigCommerce umfasst rund 1000–1500 Apps. Der von Shopify hat über 15’000. Dieser Unterschied macht sich sofort bemerkbar, sobald du etwas brauchst, das leicht über die Standardkonfiguration hinausgeht – Abonnements, erweiterte Treueprogramme, Nischenintegrationen. Bei BigCommerce bist du dann oft auf eine individuelle Entwicklung angewiesen. Bei Shopify gibt es dafür in der Regel einfach eine App.

Admin-Oberfläche

Komplexes Admin-Backend auf BigCommerce
Übersichtliches Admin-Backend auf Shopify

Das Backend von Shopify gilt weithin als das übersichtlichste im E-Commerce. Neue Mitarbeitende können in der Regel innerhalb eines oder zwei Tagen selbstständig mit Produkten, Bestellungen und Grundeinstellungen umgehen. 

Die Admin-Oberfläche von BigCommerce hat eine steilere Lernkurve – komplexere Navigation, weniger intuitive Abläufe –, was im Laufe der Zeit die Schulungskosten und Fehlerquoten spürbar in die Höhe treibt.

Zahlungsintegrationen

Für Schweizer Händler unterstützt Shopify Payments nativ CHF und lässt sich mit TWINT integrieren – ab 2025 direkt über Shopify Payments. Das breitere Ökosystem der Schweizer Zahlungsanbieter wie Datatrans, Payrexx und Wallee lässt sich ebenfalls nahtlos einbinden. Bei BigCommerce musst du alles über Gateways von Drittanbietern leiten, was zusätzliche Gebühren und Konfigurationsaufwand mit sich bringt.

Shopify Markets

Mit Shopify Markets kannst du Shop-Frontends für die Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich verwalten – mit lokalisierten Preisen, Währungen, Sprachen und Domains – alles über ein einziges Backend. BigCommerce hat dazu kein direktes Äquivalent. Für Schweizer Händler, die bereits in die DACH-Länder verkaufen, ist das allein schon ein erheblicher operativer Vorteil.

Shopify Plus

Shopify Plus geht noch einen Schritt weiter: mit Checkout Extensibility, Shopify Functions für individuelle Rabatt- und Versandlogik sowie höheren API-Ratenlimits – entscheidend, sobald du komplexe ERP- oder PIM-Integrationen betreibst.

Der Wechsel macht am meisten Sinn, wenn:

  • dein Team ständig mit den Einschränkungen der Plattform zu kämpfen hat
  • du eine internationale Expansion planst
  • dein Marketingteam keine Kampagnen durchführen kann, ohne dass Entwickler bei grundlegenden Änderungen am Shop-Auftritt helfen müssen
  • dein BigCommerce-Vertrag zur Verlängerung ansteht
  • du im Mobile Commerce an Boden verlierst

Es lohnt sich zu warten, wenn:

  • du auf die nativen B2B-Funktionen von BigCommerce angewiesen bist – komplexe Angebotsworkflows, gestaffelte Preise, Bestellmanagement. Shopify Plus schliesst diese Lücke zwar, aber wenn deine Konfiguration tief integriert ist, prüfe sie sorgfältig, bevor du dich festlegst.
  • ein grösseres individuelles Entwicklungsprojekt in den letzten sechs Monaten abgeschlossen wurde und seinen vollen ROI noch nicht erzielt hat.

So läuft die Migration von BigCommerce zu Shopify ab

Eine Shopify-Migration von BigCommerce folgt einem strukturierten achtstufigen Prozess. Der grundsätzliche Ablauf ähnelt anderen Plattformmigrationen – es gibt aber einige BigCommerce-spezifische Punkte, die du kennen solltest.

Eine detaillierte Beschreibung jeder Phase mit vollständigem Kontext findest du in unserem allgemeinen Leitfaden zur Shopify-Migration. Hier ist eine kurze Zusammenfassung, wie die einzelnen Phasen speziell auf eine BigCommerce-Konfiguration zutreffen:

  • Phase 1 – Audit und Planung: Hier entscheidet sich, ob die Migration gelingt oder scheitert. Du brauchst ein detailliertes Briefing, das jedes Datenobjekt, jede Integration, jedes benutzerdefinierte Skript und jede Funktion abdeckt, die repliziert oder ersetzt werden muss. Diese Phase zu überspringen, ist der häufigste Grund, warum Migrationen schiefgehen.
  • Phase 2 – Einrichtung des Shopify-Shops: Shop-Einstellungen, Zahlungsanbieter (CHF/EUR), Versandzonen und Steuerregeln. Bei Schweizer Shops muss die MWST-Konfiguration (8,1 % Standard, 2,6 % ermässigt) vom ersten Tag an korrekt sein.
  • Phasen 3–5 – Theme-Entwicklung, Datenmigration, App-Einrichtung: Diese Phasen laufen weitgehend parallel. Bei der Theme-Entwicklung wird das gewählte Shopify-Theme an deine Marke angepasst. Bei der Datenmigration werden Produkte, Kunden, Bestellungen und Inhalte mithilfe von Tools wie Matrixify übertragen – mit präziser CSV-basierter Kontrolle. Die App-Einrichtung ordnet jede BigCommerce-Integration – E-Mail-Marketing, Buchhaltung, Wunschlisten, Übersetzungen – einem passenden Shopify-Äquivalent zu.
  • Phase 6 – Qualitätssicherung und Tests: Decke die gesamte Customer Journey ab, von der Produktsuche bis zur Kaufbestätigung, über alle Geräte und Browser hinweg. Sonderfälle wie Steuerüberschreibungen oder B2B-Preise nicht vergessen.
  • Phase 7 – SEO-Vorbereitung: Unverzichtbar. Jede URL, die sich ändert, benötigt eine 301-Weiterleitung zum entsprechenden Shopify-Äquivalent. Meta-Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten sollten auf allen wichtigen Seiten geprüft werden. Reiche die neue Sitemap am Launch-Tag bei der Google Search Console ein und beobachte die Rankings vier bis sechs Wochen lang genau.
  • Phase 8 – Launch und Überwachung: DNS-Umstellung in einem Zeitfenster mit geringem Traffic, während das gesamte Team in Bereitschaft ist, um allfällige Probleme nach dem Launch sofort abzufangen.

Ein struktureller Tipp, der sich bewährt hat: Führe Theme-Entwicklung und Datenmigration als parallele Arbeitsströme durch. Das verkürzt den Gesamtzeitplan erheblich, ohne zusätzliche Risiken einzugehen.

Welche Daten kannst du migrieren – und welche nicht

Der Grossteil der zentralen E-Commerce-Daten lässt sich problemlos zwischen den Plattformen übertragen. Hier eine klare Übersicht:

Lässt sich gut migrieren:

  • Produkte und Varianten (benutzerdefinierte Metafelder erfordern eine Neuzuordnung)
  • Kunden und historische Bestellungen
  • Produktbewertungen (über Apps wie Judge.me)
  • Blogbeiträge, Seiten und Produktbilder
  • Rabattcodes und Metafelder

Historische Bestellungen sind besonders migrationswürdig – sie sind zwar keine aktiven Bestellungen auf Shopify, aber wichtig für den Kundenservice und die Kontinuität der Berichterstattung.

Ein wichtiger Hinweis: Kundenpasswörter können aufgrund der Verschlüsselung nicht migriert werden. Kunden müssen sich über ein per E-Mail zugesandtes OTP anmelden. Plane dazu vor dem Launch eine Kommunikationskampagne ein.

Nur teilweise migrierbar:

  • URL-Strukturen – diese ändern sich zwischen den Plattformen, weshalb eine umfassende Weiterleitungsübersicht unerlässlich ist
  • BigCommerce-spezifische benutzerdefinierte Skripte und Widgets – diese müssen mit Apps von Drittanbietern oder individuellen Lösungen neu aufgebaut werden
  • Native BigCommerce-Analytics-Historie – diese lässt sich nicht direkt übertragen, aber die integrierten Analytics von Shopify sind wirklich leistungsstark: mit Kohortenberichten, Umsatzzuordnung und Echtzeit-Dashboards. Transaktionsdaten in Google Analytics bleiben ebenfalls erhalten, sodass historische Performance-Daten nicht verloren gehen.

Migration zu Shopify Plus: Was ändert sich?

Wenn du direkt zu Shopify Plus migrierst, eröffnen sich einige zusätzliche Funktionen, die es wert sind, von Anfang an eingeplant zu werden.

Mit Checkout Extensibility kannst du benutzerdefinierte UI-Komponenten zum Checkout hinzufügen – zusätzliche Felder, B2B-spezifische Eingaben wie UID-Nummern, Altersüberprüfung oder regionale Zahlungsbeschränkungen –, ohne den Kerncode des Checkouts anzufassen. Im Gegensatz zum alten checkout.liquid-Ansatz bleiben diese Erweiterungen auch nach Plattform-Updates bestehen.

Shopify Functions gibt dir individuelle Logik für Rabatte, Versandregeln und Zahlungsanpassungen – Dinge, die bei BigCommerce Enterprise oft eine massgeschneiderte Entwicklung erforderten.

Höhere API-Ratenlimits sind sehr wichtig, wenn du ERP- oder PIM-Integrationen mit hohen Datenvolumina betreibst. Standard-Shopify kann bei komplexen Setups schnell an Grenzen stossen.

B2B auf Shopify Plus bietet Firmenkonten, benutzerdefinierte Preislisten und Nettozahlungsbedingungen – und schliesst damit für die meisten Anwendungsfälle die Lücke zu den nativen B2B-Funktionen von BigCommerce.

Plus-Händler erhalten zudem während und nach der Migration einen eigenen Merchant Success Manager – bei komplexen Projekten ein echter Vorteil.

Kosten und schweizspezifische Hürden

Die Migrationskosten variieren stark. Agenturgebühren für eine Migration von BigCommerce zu Shopify beginnen bei einfacheren Projekten in der Regel bei rund CHF 5000 und können bei Setups mit ERP-Integrationen, benutzerdefinierten Funktionen und Theme-Neugestaltungen CHF 25’000–50’000+ erreichen. Shopify-Tarife reichen von 25 CHF/Monat bis zu 2000 CHF/Monat für Plus.

Versteckte Kosten, die Händler oft übersehen:

  • App-Ersatz für native BigCommerce-Funktionen (diese summieren sich monatlich)
  • Kosten für die Neugestaltung des Themes, falls du auch das Design überarbeitest
  • Zeit für die Umschulung der Mitarbeitenden – obwohl diese angesichts der einfacheren Verwaltung bei Shopify meist minimal ist

Für Schweizer Shops sind die wichtigsten technischen Hürden: die korrekte Einrichtung von CHF und Mehrwährungsunterstützung, die Integration von TWINT und PostFinance sowie die Anbindung an Schweizer ERP-Systeme wie Bexio. 

Eine Shopify-Agentur mit lokalem Know-how beseitigt hier die häufigsten und kostspieligsten Stolpersteine – die Konfiguration der Schweizer MWST, lokale Zahlungsanbieter und regionale ERP-Konnektoren sind keine Dinge, die du spontan herausfinden möchtest.

Der richtige Zeitpunkt für den Start

Die Händler, die am meisten von einem Wechsel von BigCommerce zu Shopify profitieren, sind diejenigen, die die Migration als Chance zur Verbesserung sehen – bessere UX, sauberere Integrationen, schnellerer Checkout – statt als eine 1:1-Kopie dessen, was sie zuvor hatten.

Selbst wenn der Launch noch sechs Monate entfernt ist: Wenn du jetzt mit der Audit- und Planungsphase beginnst, gehst du den Launch-Tag mit Zuversicht an – statt mit Kompromissen.

Wir haben Schweizer Händler genau durch diesen Prozess begleitet – vom ersten Audit bis zum reibungslosen Go-Live. Als erfahrene Shopify-Agentur mit fundiertem Wissen über Schweizer Zahlungsanbieter, MWST-Konfiguration und lokale ERP-Systeme kümmern wir uns um die Komplexität, damit du das nicht musst.

Nimm Kontakt mit unserem Team auf, um deine Migration zu besprechen – und lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass alles auf Anhieb klappt.

FAQ

Wie lange dauert eine Migration von BigCommerce zu Shopify?

Bei einem einfachen Shop mit Standardintegrationen musst du in der Regel mit 2–4 Wochen rechnen. Komplexere Setups mit ERP-Anbindungen, benutzerdefinierten Funktionen oder grossen Produktkatalogen können bis zu 12–16 Wochen dauern. 

Die Audit- und Planungsphase zu Beginn hat den grössten Einfluss auf den Gesamtzeitplan – Shops, die diese Phase überspringen, brauchen am Ende fast immer länger.

Werden meine SEO-Rankings nach der Migration von BigCommerce zu Shopify sinken?

Kann ich mein bestehendes Theme-Design behalten, wenn ich zu Shopify wechsle?

Brauche ich Shopify Plus oder reicht Standard-Shopify?

Was passiert mit meinen BigCommerce-Bestellungen und meiner Kundenhistorie nach der Migration?

Marco Balmer

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